Musik Akademie Basel
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik
JAZZCAMPUS

Konzerte

Volkshaus Basel
150 Jahre Musik-Akademie Basel

Focusyear Band 17 & Big Band FHNW

SA 09.12.17 | Volkshaus Basel | ab 19:30

Eintritt frei

Focusyear Band 17
Foto by Laura Pleifer

Focusyear Band 17 feat. Wolfgang Muthspiel

Uraufführung Kompositionsauftrag Wolfgang Muthspiel: "Kanon"

Wolfgang Muthspiel zu "Kanon"
Kompositionsauftrag der Musik-Akademie Basel zum 150 jährigen Jubiläum

"Ich komponiere im Auftrag der Musik-Akademie Basel zu ihrem 150-jähigen Bestehen ein Stück für neun Jazz-Musiker – für die erste 'Focusyear Band'. Das 'Focusyear' ist ein in Europa einmaliges, weltweit ausgeschriebenes Stipendium, das talentiertesten Jazzmusikerinnen und -musikern ohne Existenzdruck während eines ganzen Jahres die volle Konzentration auf die Musik ermöglicht. Die von einer internationalen Jury zusammengestellte Band wird jede zweite Woche abwechselnd von insgesamt 16 herausragenden Persönlichkeiten der internationalen Jazzszene intensiv betreut.

In den vergangenen dreizehn  Jahren habe ich an der Jazzabteilung der Hochschule für Musik FHNW in Basel viel erfahren und mir über das Vermitteln unserer Musikform Gedanken gemacht, wurde von Studierenden manchmal inspiriert, manchmal herausgefordert. Ich habe diese kleine, aber besondere Jazzabteilung  mitgestalten dürfen und habe eine rasante Entwicklung miterlebt, hin zu einer Exzellenz-orientierten Internationalität des Lehrkörpers.

Der Kanon des Jazz ist ohne gewisse Stilrichtungen nicht vorstellbar. Man muss als Jazzmusiker einmal in die Ästhetik des Bebop, in die Ästhetik des modalen Spiels und in eine Ästhetik des freien Spiels eingetaucht sein, um diese Musik glaubhaft zu spielen, zu verändern, voranzutreiben. Natürlich ist der Kanon des Jazz auch nicht vorstellbar ohne den Kanon der klassischen Musik. Hier gibt es eine Unmenge an Überschneidungen, besonders in harmonischer und melodischer Hinsicht, aber auch grosse Unterschiede, vor allem rhythmisch, aber auch, was die Intention anbelangt. Die Improvisation ist ein Hauptmerkmal des Jazz, aus der klassischen Musik ist sie fast völlig verschwunden. Jedoch waren grosse Komponisten der Vergangenheit auch grosse Improvisatoren. Ein Musiker der Renaissance und des Barock war selbstverständlich auch Improvisator. Die Abfolge von Akkorden, über die beispielsweise ein Henry Purcell oder ein John Dowland melodische Linien und harmonische Geflechte schufen, wurde in etwa so notiert wie heute komplexe Akkorde im Jazz. Mit diesen Akkordfolgen wurde auch mit einer Art Rhythmusgruppe improvisiert, auch diese waren ein klarer Vorläufer der Rhythm Section im Jazz.

Der Kanon ist natürlich auch eine konkrete Kompositionstechnik, die allerdings im Jazz nicht häufig verwendet wird. Mich hat diese Spielart des Komponierens zu interessieren begonnen: Sie ist einerseits restriktiv, garantiert andererseits aber thematische Stringenz. Jeder Takt in einer Stimme hat unendlich viele Konsequenzen im darauffolgenden Takt. Es ist auch interessant, inwieweit man diese Kompositionstechnik aus seiner bekannten Umgebung herausholen kann oder nicht.

Mein Stück wird von jenen acht Musikern interpretiert, die nach einem längeren Auswahlprozess das erste Ensemble des neuen „Focusyear“ Basel bilden. Es ist mir eine Ehre, als neunter Musiker mitzuspielen.

Für mich persönlich steht dieses Stück also für jene Werte des Kontinuums, des Weitergebens, des Wachsens und des Austausches, der organisierten Freiheit, des Kanons also, von dem wir ein Teil sind.

Line up: Yumi Ito (CH/voc), Sergio Wagner (ARG/tp), Enrique Oliver (E/ts), Paco Andreo (F/tb), Szymon Mika (PL/g), Olga Konkova (N/p), Danny Ziemann (USA/b), Marton Juhasz (H/dr), Wolfgang Muthspiel (comp, g)

Big Band der Hochschule für Musik/FHNW plays Mears Music

Big Band der Hochschule für Musik/FHNW plays Mears Music

Conducted by Adrian Mears

Adrian Mears, 1969 in Australien geboren, wirkt seit 17 Jahren als Dozent und seit 2008 als Professor für Posaune und Gehörbildung an der Hochschule für Musik FHNW. Er schrieb rund 380 Kompositionen für verschiedenste (auch klassische) Besetzungen. Eine kleine Auswahl davon bringt er mit der aus den verschiedenen Studiengängen zusammengesetzten Jazzcampus Bigband auf die Bühne.

Peter Rüedi fasst – in der Publikation "Musiktraumzimmer" – Adrian Mears' musikalischen Weg eindrücklich zusammen:

"Nur zehn Jahre nach seinem 'relativ späten Einstieg in die Musik' kam Mears nach Europa, 1992. Da war er 23 und wurde auf der Münchner Jazzszene bald ein allseits gefragter Partner. Er gehörte zur explosivsten Salsa-Band, die es in Deutschland je gab (…) ebenso wie zur Big Band, die für eine Europatournee von McCoy Tyner zusammengestellt wurde, engagierte sich für Peter Herbolzheimers Jugendjazzorchester 'Bujazzo', spielte für Enja ein erstes Album ein ('Discoveries', 1993), gründete das Sextett 'Ugetsu' (so genannt nach einem herausragenden Album von Art Blakey respektive einer Komposition von Cedar Walton). Von 2000 bis zu dessen faktischem Ende 2007 gehörte er zur kreativsten europäischen Grossformation, dem legendären 'Vienna Art Orchestra' von Mathias Rüegg. Zunehmend auch ein vielseitiger Komponist, beteiligte er sich an Ethno-Funk-Produktionen (auch auf dem Didgeridoo, dem Horn der australischen Ureinwohner; er schrieb für klassische Bläserensembles und für Kammerorchester und Jazz-Trio und war, mit seinem natürlichen, auf Neugier gegründeten pädagogischen Talent, bald auch als Lehrer gefragt." Dabei sei, schreibt Peter Rüedi, Adrian Mears' pädagogisches Ideal dasjenige von Sokrates: aus dem Schüler herauszuholen, was schon in ihm drin sei.

Adrian Mears selbst meint in Bezug auf die Studierenden: „Die müssen hören, hören, hören – die Neuen, die Alten, und alles dazwischen. Ungeachtet dessen, was heute gerade hip ist. Ich finde es wichtig, dass man zum Einfluss von gewissen Heroes steht, in einer Phase der Entwicklung. Immer so weiterzuspielen, finde ich dann allerdings weniger cool.“ Dazu gehört auch, was alle grossen Musiker sagen: in frühen Jahren möglichst viel zu spielen, in unterschiedlichsten Konstellationen Erfahrungen zu sammeln: ob mit Jazz, Unterhaltungs- oder Theatermusik, ob in eigenen Projekten, Big Bands oder in Marching Bands – wie Adrian Mears auf dem Weg zu seinem heutigen Weltklasse-Niveau.

Line up: Anna Hirsch (voc), Nino Wenger (as), Vernau Mier (as), Basile Rosselet (ts), Gardar Evaldsson (ts), Kira Linn (bs), Gergö Szax (tp), Oskar-Filip Szutenberg (tp), Victor Rossé  (tp), Philip Dobkowski (tp), Samuel Restle (tb), Lukas Reinert (tb), Paco Andreo (tb), Lucas Wirz (btb), Silvan Joray (g), José Luiz Martins de Souza (p), Marc Mezgolits (eb), Josep Cordobés (dr), Adrian Mears (comp)

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