Musik Akademie Basel
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik
JAZZCAMPUS

Konzerte

Offbeat Jazzfestival <br/>

Offbeat Jazzfestival

Swiss Special Jazz Day

01.05.2017 | Jazzcampus | 17:00 bis 00:00

«Swiss Special Jazz Day»

17.00 Uhr: "Walter's Groove Yard"

„Es gibt Musiker, die ihre erste CD veröffentlichen, bevor sie auch nur eine Ahnung einer künstlerischen Vision haben. Wenn sich also einer nach Betreten der Szene rund zwei Jahrzehnte Zeit lässt für seine erste Plattenveröffentlichung, will das etwas heissen“. Das schrieb Hans Feigenwinter in seinen Liner Notes 2015 zum Quintett-Album Walter Jauslins, „der schon seit langer Zeit konsequent seine eigene Spur verfolgt, der es in erfreulichem Kontrast zur weit verbreiteten Raschlebigkeit ganz offensichtlich nicht eilig hat. Das ist seiner Musik ebenso anzuhören: Wenn er etwa ein schnelles Tempo anstimmt, dann beeindruckt uns gerade, wie zurückgelehnt er sich darin bewegt.“ Gleiches trifft auf seine Arbeit mit dem Trio zu, bei dem ganz der Sound der 50er und 60er Jahre im Zentrum steht: Soul-Jazz und Hardbop mit Blues- und Gospelelementen – das Ganze gemischt mit groovigen Rhythmen und kubanischen Einflüssen, Bobby Timmons, Horace Silver, Wes Montgomery …"

Line-up: Walter Jauslin (p), Giorgos Antoniou (b), Michi Wipf (dr)

18.30 Uhr: Sarah Buechi Quartet 

"Shadow Garden" heisst ihr letztes, ein „atemraubend ruhiges“ Album: Songs voller Leidenschaft und Dringlichkeit, die auch in schnellen Rhythmen ihre Mitte haben. Sarah Buechi spielt gekonnt mit Überlagerungen, ihre Stimme trägt in jedem Augenblick, vom Hauchen und Hecheln bis zum langgezogenen Ton und im Wechsel von Brust- und Kopfstimme. Neugier ist ein wesentlicher Antrie in ihrer Musik und der Ursprung dafür, sich forschend auf etwas einzulassen, das zuerst abschrecken mag. Wenn sie „let my try to step out of my comfort zone“ singt,  ist dies keine Floskel, sondern gehört zum Kern ihrer Musik. Sarah Buechi ist bereit, ein Wagnis einzugehen, ohne die Sicherheit des Gelingens: hinausgehen, ausprobieren, sich einlassen, riskieren. So lebt sie ihre Musik und dazu hat sie drei ganz hervorragende Musiker mit im Boot, die jede ihrer Regungen aufnehmen, erwidern und weiterspinnen: Stefan Aeby am Piano, André Pousaz am Bass und Lionel Friedli am Schlagzeug sind absolut einfühlsame und geradezu ideale Partner und garantieren allesamt für wunderbare Augenblicke und ein grosses Konzertvergnügen.

Line-up: Sarah Buechi (voc), Stefan Aeby (p), André Pousaz (b), Lionel Friedli (dr)

20.00 Uhr: Jean-Paul Brodbeck Trio

Er war zuletzt am Festival 2014 im Duo mit Alex Hendriksen zu hören: Der in Zürich lebende Basler Pianist Jean-Paul Brodbeck kommt diesmal mit seinem 2015 zusammengestellten Trio und zu einer CD-Taufe. Mit dem Drummer Claudio Strüby arbeitet er bereits seit zehn Jahren zusammen, so auch im ausserordentlich schönen Quartett mit Andy Scherrer und Fabian Gisler. Strüby sorgt seinerseits im Trio Rusconi seit Jahren international für Furore, letztes Jahr etwa mit dem Album "Rusconi + Fred Frith – Live in Europe". Mit dem 1993 in Altdorf geborenen Lukas Traxel hat Brodbeck den Bass mit einem grossen Talent besetzt, das durch die Zusammenarbeit mit Colin Vallon, Tim Berne, Gerry Hemingway, Nils Wogram, Frank Möbus und Elina Duni aufgefallen ist.
Die Musik des Trios ist eine tiefgründende, sehr lyrische, trotzdem aber wunderbar swingende. Es sind überraschende Statements eines klassischen Trios, dem die Feinheiten der eigenen Sprache allemal wichtiger sind und näher liegen, als ein um jeden Preis mitreissender, aber eher effektheischender und oberflächlicher Sound. Brodbecks neue und offen gestaltete Kompositionen bauen auf der Jazztradition, sind erdverbunden und prädestiniert für die Intensität ihres Zusammenspiels: melodiöse herrlich fliessende Kleinode grosser Kunst.

Line-up: Jean-Paul Brodbeck (p), Lukas Traxel (b), Claudio Strüby (dr)

21.30 Uhr: Sarah Chaksad Orchestra

Wer bei orchestralem Jazz an alte Aufnahmen oder den typischen Sound einer amerikanischen College-Bigband denkt, liegt beim Sarah Chaksad Orchestra falsch: Zwar fusst auch dieses Orchester auf der Jazztradition, doch einerseits ist die Bandleaderin ganz in der europäischen Kultur und Ästhetik verankert und anderseits sind die Mitglieder ihrer Band nicht nur brave Orchestermusiker, sondern allesamt vor allem auch hervorragende Solisten. Sarah Chaksad, 1983 geboren, ist Saxophonistin und schreibt als Komponistin auch die Musik für ihr 15-köpfiges Ensemble, das sie vor bald vier Jahren und noch im Masterstudium gegründet hat. Letztes Jahr erschien das erstes Album ihres Orchesters, "Windmond": neun Songs mit einer eigenen Handschrift und gegenwartsbezogen. Sarah Chaksad lässt es im Tutti knallen und kontrastiert dazu verschiedenste Kombinationen und feine Nuancen, in denen sie die Musiker solistisch brillieren lässt, sie führt Stimmen parallel und zuweilen geschickt auch kontrapunktisch. So hören wir eine Combo, die swingt, balladesk eine berührende Tiefe kreiert, aber auch mal mit einem rockigen Stück aufrüttelt – ein Orchester, das hellwach klingt und erstaunliche Reife offenbart.

Line-up: Sarah Chaksad (as, ss, comp), Andreas Böhlen (as, ss, cl, flute), Cédric Gschwind (ts, flute, ss), Fabian Willmann (ts, cl, bs), Lukas Wyss (tb), Lukas Briggen (tb), Lucas Wirz (btb), Charles Wagner (tp), Jonas Winterhalter (tp), Octave Moritz (tp), Julie Fahrer (voc), Hagen Neye (b), Michael Baumann (p), Valentin Hebel (g), Jan Schwinning (dr) 

22.30 Uhr: The Tree Brothers

"Tree Brothers" 

"Elf Freunde müsst ihr sein" … In der Musik funktioniert es auch mit weniger Spielern, und schon ein Oktett vermag mit dem richtigen Sound ganz schön heftig und orchestral zu klingen. "Tree Brothers" sind acht Freunde aus fünf verschiedenen Ländern, deren gemeinsame Wurzeln zwar im Jazz liegen – die darüber hinaus aber auch Gefallen am Reggae gefunden haben, dessen Rhythmen verbinden und begeistern. Seit Anfang 2015 stecken "Tree Brothers" mit ihrem Reggae das Publikum so an, dass es meist unweigerlich zu tanzen oder sich mindestens zu bewegen beginnt. Selbstverständlich vergessen die acht Baumbrüder dabei auch ihre Jazzwurzeln nicht.

Line-up: Vernau Mier (as), Sebastian von Keler (ts), Raphael Rossé (tb), Johannes Maikranz (g), Gabriel Wyss (g), Alex Ventling (keys), Victor ‚poncho‘ Rossé (b), Michael Anklin (dr)


Tagespass CHF 25.–
Die Konzerte finden in verschiedenen Sälen des Jazzcampus an der Utengasse in Basel statt.

In Kooperation mit Offbeat Jazzfestival 

 

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